Methode

 

"Ich bin ein Instrument, das alles beinhaltet: meinen gesamten Körper von Kopf bis Fuß, all meine Gedanken, Empfindungen, Gefühle, Wünsche und Sehnsüchte; meine Erfolge und meine Irrtümer. Ich bin beides: das Instrument und derjenige, der es gebraucht.“ Shmuel Nelken

„Ich bin ein Instrument, das alles
beinhaltet: meinen gesamten Körper von
Kopf bis Fuß, all meine Gedanken,
Empfindungen, Gefühle, Wünsche und
Sehnsüchte; meine Erfolge und meine
Irrtümer. Ich bin beides: das Instrument
und derjenige, der es gebraucht.“
Shmuel Nelken

Die Alexander-Technik lässt uns „am eigenen Leib“ erleben, wie wir in unserer Ganzheit koordiniert sind und welche Gewohnheiten wir im Laufe des Lebens aufgebaut haben. Begleitet von leichten Berührungen und erklärenden Worten erlangen Sie ein Bewusstsein darüber, wie Sie sich und Ihren Körper selbst gebrauchen. Genau in diesem Moment eröffnet sich die Möglichkeit, schädigende Gewohnheiten und Anspannungen loszulassen. Das macht den Weg für den Körper frei, sich auf eine Weise auszurichten, die gesund und ihm natürlich angemessen ist.

F.M. Alexander sprach von einer „primären Kontrolle“, die in allen lebenden Wesen wirksam ist: wenn Kopf, Hals und Rücken harmonisch zueinander ausgerichtet sind, können wir uns in der rechten Spannung, kraftvoll und gelöst, schmerzfrei bewegen. Dann kommen wir „in unsere Kraft“, nutzen die Kraft unseres Rückens, erleben Verbundenheit mit uns selbst. Aufrichtung und Schwerkraft können uns ungehindert unterstützen. Unser ganzes System findet in einen Zustand, der harmonisch, koordiniert, losgelassen und ausgeglichen ist.

Studien zur Wirksamkeit bei Nackenschmerzen, Rückenschmerzen und Parkinson

Wesentlich für diesen Prozess ist unsere Fähigkeit, innezuhalten und einen Vorgang in uns zu stoppen. Das können wir üben, und es enthüllt uns eine ganze Reihe von neuen Möglichkeiten: sobald wir innehalten, wird unser Sinn für Ganzheitlichkeit aktiviert, der so wichtig ist, um sich koordiniert und harmonisch zu bewegen. Sobald wir innehalten, finden wir die Möglichkeit, uns NEU zu entscheiden: ob wir unseren automatisierten Gewohnheiten nachgehen oder ins Neue, Unbekannte hinein: die Möglichkeit zu echter Veränderung.

Das Lernen mit der Alexander-Technik findet ganzheitlich und psycho-physisch statt, und wir kommen auch mental und emotional in Bewegung. Die erlangte Sicherheit im Körper gibt Raum und Sicherheit, eigene Fixierungen Stück für Stück loszulassen. Kreisende Gedanken, Angst, Unsicherheit können abnehmen, unsere Gefühle wieder freier fließen. Durch die Fähigkeit, bewusst innezuhalten, erlangen wir auch die Freiheit, uns überlegt und selbstbewusst für neue Wege zu entscheiden.

wie läuft der Unterricht ab und was kostet er? 

 

Aspekte in der Arbeit mit Alexander-Technik

Eine ganzheitliche Methode
Je geschulter unser Blick dafür wird, was wir mit unserem Körper und uns selbst tun, desto auffälliger wird, dass unsere Reaktionen miteinander zusammenhängen und aufeinander bezogen sind. F.M Alexander fiel z.B. nach einiger Zeit auf, dass die Art, wie er seinen Brustkorb, Hals und Kopf, seine Stimme und seinen Atem benutzte, direkt damit zusammenhing, wie er seine Füße in den Boden drückte. Außerdem bemerkte er, dass er unmittelbar körperlich reagierte, wenn er sich auch nur gedanklich ein bestimmtes Ziel oder eine bestimmte Handlung vorstellte. Er verstand, dass er an dem „Gebrauch seiner gesamten Psycho-Physischen Mechanismen“ arbeiten müsse, um sein spezielles Problem lösen zu können (den Verlust seiner Stimme). Es wird bei der Arbeit mit Alexander-Technik oft erlebt, dass eine problematische oder schmerzende Stelle im Körper sich löst, obwohl an einer ganz anderen Stelle gearbeitet wurde – oft sind es sogar gerade unsere Fixierung auf „das Problem“ und die Ausblendung des restlichen Körpers, die eine Lösung unmöglich macht! Das bezieht sich übrigens auch auf unsere geistigen und emotionalen Haltungen – sie sind untrennbar von unserer körperlichen Organisation!

Hals, Kopf und Rücken
In der Fülle und Komplexität der aufeinander wirkenden Faktoren in unserem Handeln blickt die Alexander-Technik besonders auf das Verhältnis zwischen Hals, Kopf und Rücken. – So gefangen F.M.Alexander in seinen eigenen Mustern (seiner Verkrampfung) auch war: er entdeckte, dass er dennoch seine Halsmuskeln etwas lösen konnte und dass es ihm dadurch gelang, die Ausrichtung seines Kopfes so zu verändern, dass sein Rücken, anstatt sich zusammenzuziehen und zu verkleinern, sich lösen und weit und lang werden konnte. Dieses Verhältnis nannte er „Primärsteuerung“: denn es schien ausschlaggebend für die Qualität aller weiteren Bewegung und Tätigkeiten zu sein. Bei wilden Tieren und kleinen Kindern können wir noch beobachten, wie wunderbar gelöst Kopf, Hals und Rücken miteinander verbunden und wie geschmeidig und harmonisch ihre Bewegungen sind.
Wir können uns nicht zwingen, gelöster zu sein oder in einem Moment alle ungünstigen Muster loszulassen – wohl aber können wir uns  und immer wieder selbst daran erinnern, den Hals freizulassen, damit der Kopf darauf frei balancieren kann und der Rücken sich befreit – und und damit eine Grundlage für Lösungen schaffen.

Die Macht der Gewohnheit, die Fixierung auf’s Ziel
Unsere Gewohneiten sind so eingespielt, dass wir sie oft kaum bemerken. Sie fühlen sich „richtig“ und selbstverständlich an und können doch Grund für viele Beschwerden sein – dafür, dass sich unser Leben mühsam und eingeschränkt anfühlt oder wir unter chronischen Schmerzen leiden.
F.M.Alexander beobachtete, dass schon der Gedanke daran, etwas zu „tun“, seine alten Reaktionsmuster auslöste., und es war ihm unmöglich, seine neue, gelöste Organisation beizubehalten, sobald er daran ging eine Tätigkeit auszuführen – z.B. zu sprechen. Der große Reiz, der von seinem Ziel – zu spechen– ausging und seine unwillkürliche Annahme, es nur mit der gewohnten Anspannung erreichen zu können, wurden zu einem Teufelskreis: denn diese Anspannung führte nicht zu seinem Ziel, sondern im Gegenteil davon weg: zum Versagen seiner Stimme. Solche Momente kennt jeder, der Mensch ist: zu wissen, was man anders tun muss, aber es nicht umsetzen zu können, sich ändern zu wollen, und doch es nicht zu können. Unsere Gewohnheiten sind mächtig, und es ist unsere Fixierung darauf, ein Ziel auf direktem und gewohnten Wege erreichen zu wollen, die uns in so eine Sackgasse führen können.

Innehalten, Richtungen Geben
Welchen Ausweg gibt es? Wie kann ich mein Verhalten verändern, wie meine Anspannungen lösen? Alexander erkannte, dass seine gewohnten Mechanismen so stark waren, dass er sie erst einmal nicht verändern konnte. Und genau dies „tat“ er: nichts. Er ließ den Wunsch, sein Ziel auszuführen, wieder und wieder los und kümmerte sich statt dessen darum, Hals, Kopf und Rücken günstig auszurichten. Indem er innehielt, schuf F.M. Alexander erst die Möglichkeit, sich von seinen alten Mustern zu lösen. Dieses Innehalten und „Nicht-Tun“ öffnet einen Raum, der uns erlaubt, dem Körper Platz zu lassen, mit ihm in Kontakt zu sein, wach zu werden für den Augenblick und aufmerksam dafür, was wir mit uns machen. Mit dieser Aufmerksamkeit für den Körper, die aus der Ruhe geboren ist, können wir uns entscheiden, in eine neue Richtung zu gehen und uns nach günstigeren Prinzipien ausrichten: anstatt festzuhalten können wir loslassen, anstatt sie durchzudrücken“, können wir unsere Bewegungen geschehen lassen, anstatt uns zusammenzuziehen, uns nach oben und von innen nach außen orientieren.

Veränderung
F.M. Alexander fand mit seiner Arbeit eine Möglichkeit, das System, in dem wir uns bewegen und das jeder von uns „ist“, zu öffnen und in all seiner Komplexität zu verändern. Seine Technik ist eine nachhaltige Arbeit am Selbst, die zu gleicher Zeit eine grundsätzliche Achtung vor der Person und ihrem gegenwärtigen Zustand hat. Was sich verändern kann, das verändert sich „von selbst“, von innen heraus. Und wenn sich etwas nicht so schnell ändert, wie wir es „weg haben“ wollen, so lernen wir, innezuhalten: dem gegenwärtigen Zustand Platz zu lassen und der Veränderung Zeit zu geben. Einem Schüler der Alexander-Technik wird nicht genommen, dass er als autonomes System und sich wahrnehmendes Subjekt sich selbst regelt und steuert – das wäre gar nicht möglich. Aber es werden ihm objektive Mittel an die Hand gegeben, mit denen zu arbeiten sein System und seine Wahrnehmung nach und nach verändern wird.